taz-Besprechung PULVER
Am 16.5.2026 erschien eine schöne Besprechung von meines Romans PULVER von Julia Hubernagel in der taz. Sie schreibt:
„Johann Reißer nimmt in „Pulver“ auf mitreißende Weise die Anfänge der deutschen Rüstungsindustrie in den Blick.
… „Pulver“ ist ein Roman über den Aufstieg der deutschen Rüstungsindustrie ebenso wie über Narrative. … Stark ist er dort, wo er Kontinuitäten aufzeigt, etwa wenn man erfährt, dass in jenem Tal im Schwarzwald heute Heckler & Koch Maschinengewehre und Rheinmetall Schiffskanonen produzieren; oder dass die Anfänge der deutschen Autoindustrie ebenfalls dort liegen. …
… Zu den stärksten Passagen in „Pulver“ zählen die Abschnitte während des Ersten Weltkriegs, die sich dem Joch der Fabrikarbeit widmen. … Die Arbeiterin Rosa findet nach dem Krieg zwar Arbeit in einer Uhrenfabrik. Doch dass die Montagen von Zeigern und Zündern sich im Grunde nicht sehr voneinander unterscheiden, wird schon der nächste Weltkrieg offenbaren.
… „Um sich bewusst zu werden, in welcher Welt wir heute leben“, sagt der Enkelsohn von Rosa, der Fabrikarbeiterin, gegen Ende des Romans, müsse man sich klarmachen, dass alle unsere Handys, Computer und Haushaltsgeräte, aber auch alle unsere Fahrzeuge und Gebäude und die ganze Infrastruktur potenzielles Militärgerät seien. „Zugleich Waffe und Angriffsziel.“ Es sind die gleichen Fragen, die Reißer seine Figuren schon knapp hundert Jahre zuvor stellen lässt: ob es das Schicksal unserer Zeit sei, dass alles zur Maschine werde.“
Hier der gesamte Artikel: https://taz.de/Roman-von-Johann-Reisser/!6175658/
