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Von Torhütern und Totempflanzen

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Womit hat man es hier zu tun?

aloe edenkoben

Mit dem hundertarmigem Torhüter einer mexikanischen Schnapsbrennerei? Mit einem als Pflanze getarnten Spähposten von einem anderen Stern? Die offizielle Auskunft lautete: eine Aloe.

Diese Aloe bewachte die Romanwerkstatt, die in den letzten Junitagen Edenkoben stattfand, vier Tage lang als eine Art Totempflanze der Schriftstellerzunft:  ausdauernd und hartwandig, vielarmig sich verzweigend, saftreich aber stachelig. Und wegen letzterer Eigenschaft dann an einigen spitzen Enden mit Weinkorken bestückt.

Dass Aloe und Mensch und insbesondere Aloe und Schreibende letztlich nicht so viel trennt, als man sich manchmal denken mag, sondern dass sich zwischen beiden Spezies eine sehr gute Symbiose ergeben kann, zeigt dieses Bild.

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Und ich will Mal behaupten, dass beide Spezies während der Schreibwerkstattzeit ihren Job ganz gut gemacht haben und eine ziemlich gute Zeit im idyllischen Herrenhaus hatten. Wie auch dieses Foto beweist, bei dem die Kraft der Aloe die Schreibwerkstatt bereits gut durch die Gruppenlesung geleitet hatte.

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Im Auge der Tullnerfelder Sonne

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Manchmal treffen die Bilder erst ein bisschen später ein, was verschiedene Gründe haben kann.

Zum Beispiel verschlungene Bildpfade mit ganz besonderen Übermittlungskonditionen. Oder Bilderkammern mit besonderen Zeitlogiken. Oder Bildbrechungsflächen, die das, was sie spiegeln, so seltsam zurückwerfen, dass es der Betrachter erst wesentlich später wieder richtig zusammenpuzzeln kann.

All das kann einem im Tullnerfeld leicht passieren, wie ich vor ein paar Wochen erfuhr. Denn dort ploppen die wundersamen Eigenwelten an allen Ecken auf wie indisches Springkraut, sobald man sich erst Mal ein bisschen ins Dickicht des Landes begibt.

Zum Empfang in einem gastlichen Haus wird man im Tullnerfeld etwa gern von einem gigantischen Solargrill begrüßt, der einem sogleich ein zerbrochenes Bild seiner Selbst, garniert mit verschiedenen Haus- und Landschaftsdetails serviert. Hierauf wird einem dann gerne die Gesellschaft verschiedenster alter Automaten angeboten, funktionaler und dysfunktionaler, die einem nach Möglichkeit Musik, Erdnüsse und Kaugummis zu servieren bemüht sind und die bevorzugt in mehrgeschossigen Wintergärten hausen. Wozu wohl dort eine gläserne Brücke zu einem frei schwebenden Spiegel führt, mag man sich fragen. Und ob das ganze wohl nur ein Drogentraum aus den 60er-Jahren ist. Aber nein: das ist das Tullnerfeld.

Sonnengrill Tullnerfeld oa… Wo man dann etwa weiter in ein Haus stolpert, das scheinbar ausschließlich dem Zweck dient, alle möglichen Dinge zu beselen, indem man sie seltsame Formen annehmen lässt, wozu tausenderlei Werkzeuge und Gerätschaften, die das Haus bewohnen, dienen, diese aber wiederum auch nicht vor dem Schicksal, dass sie den anderen Dingen zukommen lassen, gefeit sind. Denn auch sie können sich rasch durch die Einwirkung wiederum anderer Dinge verwandeln. Und so geht es weiter in dem Reigen. Und die Dinge bleiben mit diesem ihrem seltsamen Gebahren dann auch nicht einfach im Haus, nein, sie drängen aus dem Haus heraus und bevölkern das Tullnerfeld, wo dieser fortlaufende Verwandlungsprozess dann bald auch noch wer weiß noch was alles ergreifen mag.

Tullnerfeld Wesen 1Andere innerhäusliche Eigenwelten deuten sich dagegen ganz dezent an und lassen einem die Wahl, ob man sie nun wirklich kennenlernen möchte oder nicht. Doch wer kann schon der charmanten Einladung eines alleinstehenden Pfluges wiederstehen?

Tullnerfeld Pflug

Und so becircen einen die seltsamen Welten des Tullnerfeldes auf Schritt und Tritt. Wohl dem, der Ihnen begegnen und sie kennenlernen darf. Und wohl dem, der für alle Fälle dann aber auch ein gutes Rad bei sich hat, um ihnen notfalls auch wieder rasch zu entkommen.

Tullnerfeld Rad 2

Für die kleine Entspannungspause beim Kreuzstich

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Wer Kreuzstich im Hochleistungstakt ausführt, der braucht zwischendrin auch Mal eine kleine Entspannungspause, hat sich das „Excellence in Ebensee“-Team gedacht und diesen Prototypen des Kreuzstich-Egoshooters entworfen:

https://dorftv.at/video/22823

Der Shooter ist in seiner Beta-Version erst Mal nur mit den basalen Funktionen und einem einzigen, zugegebener Maßen noch etwas simplen Level ausgestattet. Dafür kann er in dieser Form auch jederzeit leicht zu Hause nachgebastelt werden. Wir arbeiten jedoch unter Hochdruck an Erweiterungslevels mit Schnellkissenwechslern, Nebelmaschinen und erweitertem Storytellung.

Was das Performance- und Ausstellungsprojekt „Excellence in Ebensee“, das ich gemeinsam mit Fabian Faltin, Hanna Piksarv und Zuzana Gallikova beim Festival der Regionen erarbeitet habe, jenseits dieser Entspannungspausen gemacht hat, davon mehr hier http://fdr.at/fdr_project/excellence-in-ebensee-eine-performance-tour-durch-die-welt-der-spitzenleistungen/ und hier http://www.nachrichten.at/nachrichten/kultur/Am-Ende-donnert-die-Internationale;art16,1863289

„Am Horizont steht der Kanonendonner . . .“ NRW- und England-Tour mit „Thomas Kling und die lyrischen Schlachten des Ersten Weltkriegs“

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Gemeinsam mit Xaver Römer, Julia Trompeter, Iwona Mickiewicz und Carolin Bohn gehe ich mit der Lyrikperformance „Thomas Kling und die lyrischen Schlachten des Ersten Weltkriegs“ auf Tour:

Übernächste Woche werden wir am Dienstag, 14.4., im Heine Haus Düsseldorf auftreten, am Mittwoch, 15.4., im Literaturhaus Köln, und am Freitag, 17.4., im Rathaussaal Münster.

Anfang November folgen drei Auftritte in England: am 3.11. am Queen Mary College London, am 4.11. am Magdalene College Cambridge und am 5.11. im Jacqueline de Pré Building Oxford.

Mehr Informationen zum Programm sind hier zu finden, Genaueres zu den einzelnen Auftritten unter Termine.

WK1Lyrikperformance Foto1Foto: © gezett

Die Spur des Drachen

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Wir folgen dem Drachen, wir folgen ihm nach.

Was wären wir ohne sein Feuer, ohne seine Flügel,

Was ohne seinen Schwanz, ohne sein Blut?

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 Nur so lang‘ der Drache stirbt werden wir hier leben.

Das wussten wir schon immer, so wird es sein.

Darum: Es lebe der Drache, es lebe sein Tod!

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Am Drachen hängt alles.

Er ist stärker als wir.

Ohne ihn funktioniert nichts.

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Ohne ihn würde hier rasch alles leer stehen,

Ohne ihn wären wir nutzlos:

Wir, das Volk der Drachenbesieger.

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Nur der Drache kann unser Brötchen verdienen,

Nur der Drache kann Trinker und Esser zu uns ziehen,

Nur der Drache kann Kundschaft und Ladenschilder zum Glühen bringen.

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Nur der Drache kann uns vor dem Niedergang retten.

Deshalb dürfen wir nicht schwach werden im Glauben an ihn.

Denn werden wir schwach, so wird’s auch der Drache.

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Dann liegt er traurig verwaist in unsren Vitrinen,

Dann blättert sein Blut trist von den Wänden unsrer geschlossenen Betriebe,

Dann weichen seine Pappmachezähne im Regen.

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Dann verstumpft sein Blick vom Glotzen

Aus den Türmchen unsrer Casinos,

In die es keinen mehr zieht.

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Dann hilft keine neue Drachen-Erlebniswelt mehr,

Keine neue Komfortliegezone am Drachensee,

Kein neues Drachenmuseum:

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Dann brauchen wir einen neuen Drachen.

Ein Drache, wie ihn die Welt

Noch nicht so sterben sah.

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Keinen Klapperdrache mehr, gefüllt mit alten Maschinen –

Einen Drachen, um den uns Hollywood neidet:

Ein Drache mit Raumfahrttechnik in den Knochen und Megashoweffekten im Blut.

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Ein Hightech-Drache, der Monitorhöhlen bewohnt,

Gehegt von hochqualifizierter Drachenführern,

Jederzeit bereit zum Sterben auf Weltniveau:

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Mit finsteren Drachenblicken zu dramatischer Drachenmusik,

Mit loderndem Drachenfeuer aus bebendem Drachenschlund,

Mit wild spritzendem Drachenblut nach präziser Todeschoreographie.

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Und dann muss er wieder aufstehen und weiterstapfen,

Denn er wird gebraucht: auf dem Schwertkampfplatz und bei der Fladenbäckerey,

Bei Mittelaltergenüssen und regionalen Schmankerln,

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An der bemalten Kulissenwand vor dem Mummenschanz,

Wo jedermann zu Ritter und Burgfräulein wird,

Und beim Holzwurmzirkus, wo Jolandolo von Birkenschwamm

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Die Kinder nun wieder fragt,

Ob man jetzt endlich anfangen soll

Mit dem Prinzessinnenbefreien und Drachenstechen.

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Nach altem Brauch.

Denn nur so lange der Drache stirbt werden wir hier leben.

Das wussten wir immer, so wird es sein.

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Tänze und Kränze: 12 Rückspiegel

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Zack Bumm!

Sonne halt Rottweil Au 2

So zündet das Fass im alten Pulverwerk

Und hallt nach wie Peitschenhiebe

In der grünen, grünen Au.

Die Türme wackeln nicht,

Sie schießen wie

Beohrte, wie beäugte Spargel

Wie Schießstöcke in den Himmel:

Zack Bumm.

Wie in einem Film aus alten Tagen:

Donnerlittchen, es wird heiß!

türmen 22o

O Para, o dies, es lockt…

Die Hundsrose lockt.. . .

Sollen wir also türmen? . . .

Mit all dem Pulver im Blut? . . .

Nach Dogville? . . .

Sollen wir?

Rottweiler Totentanzfasnet 1

Aller guten Dinge sind Drei. Legenden sind Leid. Traurig sind aller Guten. Drei Dinge liegen in Dir: Du, Er, Es. Laugt es Dir, dring‘ ein. Alle Tugend luegt. Lange sind Drei in der stillen Runde. Da ging er und die Dinge sind alle irre. Tugend ist der Ring in Galle, den Du in Dir leidest. Runde Galgen sind alle Ringe der Tugend.

(U. Zürn)

Doppelhausen o22

. . . Sie ragen seltsam… kragen düster. Wir mauern und lauern.

Was sich da regt, was sich bewegt, . . . belagern wir . . .

Mauser Waffenmuseum Oberndorf Augustinerkirche

. . . Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt

der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete

er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er pfeift seine Rüden herbei . . .

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr anderen singet und spielt . . .

 Schwarze Milch der Frühe . . .

Er ruft spielt süßer den Tod … der Tod ist ein Meister aus Deutschland . . . sein Auge ist blau

er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau

ein Mann wohnt im Haus . . .

er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland . . .

Schwarze Milch der Frühe . . .  wir trinken und trinken . . .

(Paul Celan)

Dreifaltigkeitsberg Spaichingen Feb15

O dieses ist das Tier, das es nicht gibt. Sie wußten’s nicht und haben’s jeden Falls – sein Wandeln, seine Haltung, seinen Hals, bis in des stillen Blickes Licht – geliebt.

Zwar war es nicht. Doch weil sie’s liebten, ward

ein reines Tier. Sie ließen immer Raum. Und in dem Raume, klar und ausgespart, erhob es leicht sein Haupt und brauchte kaum

zu sein. Sie nährten es mit keinem Korn,

nur immer mit der Möglichkeit, es sei.

Und die gab solche Stärke an das Tier,

daß es aus sich ein Stirnhorn trieb. Ein Horn. Zu einer Jungfrau kam es weiß herbei – und war im Silber-Spiegel und in ihr.

(R. M. Rilke)

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So sterben wir, so sterben wir,

Wir sterben alle Tage,

Weil es so gemütlich sich sterben lässt. Morgens noch in Schlaf und Traum Mittags schon dahin. Abends schon zu unterst im Grabe drin.

Die Schlacht ist unser Freudenhaus. Von Blut ist unsere Sonne. Tod ist unser Zeichen und Losungswort. Kind und Weib verlassen wir – Was gehen sie uns an? Wenn man sich auf uns nur Verlassen kann. . . .

(H. Ball)

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Hoorig, hoorig, hoorig isch dia Katz.

Un wenn dia Katz nit hoorig isch

no g’fällt se dene Meidle nit.

Hoorig, hoorig, hoorig isch dia Katz.

(W. Pfeiffle)

Schießübung Pulverfabrik 1

Rot winde den Leib,

Brot wende in Leid,

ende Not, Beil wird

Leben. Wir, dein Tod,

weben dein Lot dir

in Erde. Wildboten,

wir lieben den Tod

(U. Zürn)

Kleines Karussell 2

. . .  Wie stehen die Zeichen?

Über den Wipfeln / Wird das Zelt hochgezogen, / In den Kapseln sammelt sich Zeit.

Bald zeigen sich Himmelskörper, / Kreisende Sirenen, / Die Fäden spinnen:

. . . Im Spiel spiegelnder Sphären, / Wandelbare Kosmologien:

. . . Denn alles kreist in diesem Licht / Um diesen Stern.

Rottweiler TotentanzFasnetReigen 2

Die Klapper des Narren

sie dreht sich unermüdlich

schon morgens mit allem Geschrei

sie dreht sich nach dem Wind

wir wenden uns mit die

Klapper des Narren die drehen

wir ohne Unterlaß die Fahnen

heraus und geschwenkt

so heißt es ein Staatsakt gedenken

wir gedenken es innig was

wir gedenken im Frack mit Zylinder

Gamaschen gerollt

die Klapper des Narren

sie ruft uns zum Tanz

wir widerrufen uns immer

es kostet uns nichts

wir singen ein Lied

drei vier mit Marschtritt

wir rasten und rosten

nicht wir kleben auch Tüten und beten

am Abend wir tanzen dazu Allotria

die Klapper des Narren

geht um im Land . . .

(R. D. Brinkmann)

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Da stieg ein Baum. O reine Übersteigung! O Orpheus singt! O hoher Baum im Ohr!

. . .  Tiere aus Stille drangen aus dem klaren

gelösten Wald von Lager und Genist; und da ergab sich, daß sie nicht aus List und nicht aus Angst in sich so leise waren, sondern aus Hören.

… und ging hervor aus diesem einigen Glück von Sang und Leier und glänzte klar durch ihre Frühlingsschleier und machte sich ein Bett in meinem Ohr.

Und schlief in mir…

Gesang . . . ist nicht Begehr, nicht Werbung . . .

Gesang ist Dasein.

Für den Gott ein Leichtes.

Wann aber sind wir?

(R. M. Rilke)

Die zweite Schicht, das zweite Gesicht

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Von poetischen Kuckuckseiern, doppelbödigen Geschichten und Orpheus unter Waffen und Masken: meine (Zwischen)Abschiedsrede als Rottweiler Stadtschreiber in der NRWZ. 2014_12_11_NRWZ Abschiedsrede Zweite Schichte Zweites Gesicht-page-001

Von verschwundenen Socken, Handys und anderen Dingen

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Auf der „Insel der verschwundenen Dinge“ tauchen all jene Dinge auf, die anderswo verschwunden sind: Socken, Handys, Brillen – oder auch viel wichtigere Dinge.

Als Maya auf dieser Insel ankommt weiß sie weder, was sie an diesem Ort soll, noch was die mit ihr sprechenden Dinge von ihr wollen. Doch langsam geht ihr ein Licht auf…

Dieses Stück, das ich gemeinsam mit Laura Kraemer, Isabel Mahler und Leo Bormann im Rahmen der von mir geleiteten Jugendschreibwerkstatt Rottweil schrieb, wird heute abend von 10 Rottweiler KonviktorInnen im Rahmen einer szenischen Lesung vorgestellt.

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Fragen des Ebenseer Kreuzstichs an unsere Zeit

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Fleißarbeit oder verborgenes Leistungsprinzip?

Das ist eine der entscheidenden Fragen, die der Ebenseer Kreuzstich an unsere Zeit richtet:

http://www.fabianfaltin.com/excellence-in-ebensee/
Antworten auf diese Frage lassen sich wahlweise sticken oder tanzen.

Mit der Swiftflo-Evolution der Spezies auf dem Weg zur neuen Harmonie der Effizienz

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Auf den Lebensmittelverpackungen im Supemarkt stehen unsere Nutztiere auf saftiggrünen Weiden vor dem Hintergrund schneebedeckter Berge, rauschender Wälder oder alter Bauernhäuschen. Sind die Tierhaltungs-Profis dagegen unter sich, so wie etwa bei der EuroTier, der weltgrößter Messe für Tierhaltung, die ich vor Kurzem in Hannover besuchte, sieht das Ganze etwas anders aus. Mit dem Wechsel von der Konsumenten- zur Produzentenperspektive tritt auch ein Genrewechselauf: von der Heimatsidyll-Romantik zum Cyberpunk-Schocker.  Body CountDabei geht es weiterhin um Gefühle, jedoch wird das Gefühlsregister ausgeweitet und etwas direkter angesprochen. Wühlen Lecken SpielenAuch sind und Liebe und Nachwuchs weiterhin wichtige Themen, die nun aber angegangen werden, wobei Speziesgrenzen zumeist deutlich abgesteckt werden, gelegentlich aber auch aufweichen. EurogenetikAn Bergidyllen noch die kleinen Tempelchen der Reproduktionstechnik, die da und dort auf der Messe aufgebaut sind. Sperm WorldWobei es auch an quasi-sakraler Inszenierung der neuesten Spitzenzüchtungslinien von High Quality Spermien nicht mangelt. Holy SpermDer Heilsplan verweist in Richtung einer sich ständig optimierenden Harmonie, in der das Beste stetig noch besser wird. DeLaval Harmony Auch Mutter-Kind-Geschichten werden erzählt, allerdings in der Tier-Maschinen-Variante. Muttermaschine Orte der Besinnung sind ebenfalls zu finden, wie etwa bei dieser Anordnung, die wohl nicht zufällig an Nam June Paiks Installation „TV Buddha“ erinnert. TV Pig 1 Ansonsten scheut man auf der EuroTier nicht an deutlichen Botschaften und einem klaren Bekenntnissen zu Kernwerten. Leistung ohne Kompromisse … und spricht sich auch über Zukunftsperspektiven unverhohlen aus. Species Evolution Die ungebrochen optimistischen Zukunftsphantasien mögen den einen an religiöse Heilsversprechungen erinnern, den anderen an politische Propaganda. Next Floor Und auch für das letzte Stündlein steht Angemessenes bereit, so etwa dieser Schweinekadaverwagen, wobei die ihm beigestellte Dekoration ja vielleicht als vielschichtiger Anlass zum Nachdenken gewertet werden kann. Kadaverwagen XMas Oder auch nicht. Halleluja