Letzte Event-Updates
Wurzelwerke
„Oben und Unten sind ja bei allen Wesen und beim Weltall nicht dasselbe, sondern was der Kopf der Lebewesen, das sind die Wurzeln der Pflanzen…“ (Aristoteles, De anima)
Im Kaufunger Wald wohnen die Märchen – so die lokalen Tourismusbüros. Dabei darf Frau Holle, vormals tätig als heidnische Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin nun dem mythologischen Branding der Tourismusregion dienen. Die Wilden Jagden der Jetztzeit befördern andere Wesen zu Tage: forstökonomisch erwünschte Flachwurzler, die in die oberen Sphären versetzt allerlei gewohnte Perspektiven umstellen.

„Die Bäume treiben ihre Wurzeln, die ihre Köpfe sind, nach unten in die Erde, aus der sie ihre Nahrung holen. Der Mensch dagegen erhbt seinen Kopf, der wie seine Wurzel ist, hoch in die Luft, denn er lebt von seinem Geist. “ (Guilelmus de Conchis, Dragmaticon philosophiae)

„Es ist kaum eine Übertreibung, wenn ma nsagt, daß die (…) Spitze des Würzelchens, welche das Vermögen der Bewegungen der benachtbarten Theile zu leiten hat, gleich dem Gehirn eines der niederen Thiere wirkt; das Gehirn sitzt innerhalb des vorderen Endes des Kopfes, erhält Eindrücke von den Sinnesorganen und leitet die verschiedenen Bewegungen.“ (Charles Darwin, Das Bewegungsvermögen der Pflanzen)

quemadmodum caput est animalibus ita radices plantis

Kinderchemie, zweite Stafette
Überarbeitete Fassung der Collage zum Kapitel 8 meines Romans „Pulver“, an dem ich derzeit arbeite. 
Stalldienst mit Mission
Morgen beginnt die glückselige Zeit in der Pulverstadt – und so rolle ich ihr nun schon entgegen, mit hoher Mission im Therapiezentrum STALL.

Fahrtenmesser
Collage zum siebten Kapitel des Romans „Pulver“, an dem ich aktuell arbeite. 
Berliner Manuskripte
Am kommenden Sonntag, 4. November, gibt es im Berliner Ensemble ab 11 Uhr Einblicke in „Berliner Manuskripten“. Die diesjährigen PreisträgerInnen des Berliner Literaturstipendiums werden Auszüge aus ihren aktuellen Arbeitsprojekten vorstellen. Ich werde dabei aus meinem Romanprojekt „Pulver“ lesen.
Es lesen des Weiteren Jörg Albrecht, Thilo Bock, Patrick Jon Findeis, Paula Fürstenberg, Alexander Gumz, Ulla Lenze, Matthias Lohre, Stephan Lohse, Yulia Marfutova, Pyotr Magnus Nedov, Ingo Niermann, Gesa Olkusz, Hendrik Otremba, Eva Raisig, Kathrin Röggla, Nataly Elisabeth Savina, Kathrin Schmidt, Jochen Schmidt und Dimitrij Wall.
Die Moderation übernimmt Knut Elstermann, Musik gibt es von Søren Gundermann am Klavier und Jacek Fałdyna an Saxophon und Klarinette.
Mehr Infos unter https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/berliner-manuskripte-0
Bunkerrückblick, Manöverausblick und der „Fall der Fälle“
Ein paar Fotos von der Aufführung von „DER ERNSTFALL – Eine kleine Bunkerrevue“ am letzten Wochenende im STALL 27 in Rottweil.
Während Christoph Marko und ich mit den Vorbereitungen dieser Performance beschäftigt waren, lief gleichzeitig „Coronat Mask“, die größte ABC-Waffen-Abwehrübung der NATO und der EU bis zum jetzigen Zeitpunkt ab, u. a. auf dem Gebiet zwischen Stuttgart und der Grenze zu Frankreich, der Schweiz und Österreich: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/grosse-nato-uebung-zur-abc-abwehr-auch-in-freiburg-und-suedbaden–156517954.html
Die Übung erstreckte sich weiterhin auf Hessen, Niedersachsen, Bremen statt Italien und Tschechien, wobei mehrere tausend Soldaten teilnahmen: https://www.welt.de/regionales/niedersachsen/article181601456/1300-Soldaten-ueben-ABC-Abwehr.html
Nach Einschätzung des Kommandeurs des ABC-Abwehrkommandos der Bundeswehr, Oberst Henry Neumann, mache eine geänderte Sicherheitslage in Europa derartige Großübungen wieder nötig: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/Die-Bundeswehr-ist-wieder-unterwegs-Erste-Grossuebung-der-ABC-Abwehr-seit-Jahren,abc-abwehrkommando-102.html
Man wolle auf den „Fall der Fälle“ vorbereitet sein, so der Oberstleutnant Markus Kirchenbauer: http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/suedwest/fuer-den-fall-der-faelle-vorbereitet–156651101.html
Zeitgleich fand im Osten Russlands das Militärmanöver Wostok-18 statt, woran 300000 russische Soldaten, 36000 Militärfahrzeuge, 1000 Flugzeuge und Helikopter sowie die Pazifik- und Nordmeerflotte teilnahmen. Wostok 18 ist laut dem russischen Verteidigungsminister so etwas wie die Wiederholung von ‹Sapad-81›, dem größtes Manöver in der Geschichte der Sowjetunion. China beteiligt sich an Wostok 18 mit 3000 Soldaten, 900 Panzern und 24 Hubschraubern, was von einigen Beobachtern als Anzeichen für eine neue Militärallianz gedeutet wird: https://www.sueddeutsche.de/politik/russland-militaermanoever-china-1.4124159
Die NATO wird im Oktober als direkte Antwort hierauf das Großmanöver „Trident Juncture 2018“ in Norwegen, nur 200 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt, abhalten. Daran werden bis zu 40 000 Soldaten aus sämtlichen 29 Nato-Mitgliedstaaten teilnehmen. Deutschland beteiligt sich mit rund 8000 Soldaten. «Trident Juncture 2018» wird das größte NATO-Manöver seit dem Ende des Kalten Krieges sein. https://www.zeit.de/news/2018-08/17/bundeswehr-schickt-8000-soldaten-in-nato-manoever-180817-99-584538
Im Ernstfall Humor
Ein Gespräch der NRWZ mit mir über alte Schutzbunker, neue Drohkulissen und das am nächsten Wochenende in Rottweil aufgeführte Performancestück:

Rottweiler Bunkerwelten
Am Freitag, 21., und Samstag, 22. September, kommt „DER ERNSTFALL – Eine kleine Bunkerrevue“ in den Rottweiler STALL 27.

Lange schien es, als wären die atomaren Drohszenarien des Kalten Krieges Geschichte. Nun erfahren sie neue Aktualität. Sollte man langsam wieder übers Bunkerbauen nachdenken?
In dem Performancestück DER ERNSTFALL bereiten Johann Reißer (Rottweiler Stadtschreiber 2014) und Christoph Marko auf den Worst Case vor. Sie verwandeln den STALL 27 in einen Übungsbunker, in dem Drohkulissen der Vergangenheit auf schöne neue Bunkerwelten unserer Tage treffen, handfeste Bunkerberatung stattfindet und auch Rottweils Bunker begutachtet werden.
In einem Reigen aus Szenen, Live-Musikstücken und Filmsequenzen werden die Zuschauer in Unterwelten des Krieges entführt. Ernst und Ironie, Realität und Fiktion verschwimmen, wenn es zu Begegnungen mit Bunker-Immobilienhaien und eingebunkerten Militärs, mit Hobby-Bunkerbauern und dem Bunker-Bazi kommt.
Ob uns neue Raketenabwehrsysteme retten können? Oder doch eher ein solider Selbstbaubunker? Nach dem ERNSTFALL wird man es wissen.
Aufführungen:
Freitag 21. und Samstag 22. September 2018, jeweils 20:00 Uhr
STALL 27, Waldtorstraße 27, Rottweil
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro

